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Musikvideo ...

happycommune am 30.6.09 19:10, kommentieren

Fenstertheather

Die Frau lehnte am Fenster und sah hinüber. Der Wind trieb in   leichten Stößen vom Fluss herauf und brachte nichts Neues. Die Frau hatte den starren Blick neugieriger Leute, die unersättlich sind. Es hatte ihr noch niemand den Gefallen getan, vor ihrem Haus niedergefahren zu werden. ... Außerdem wohnte sie im vorletzten Stock, die Straße lag zu tief unten. Der Lärm rauschte nur mehr leicht herauf. Alles lag zu tief unten.

Als sie sich eben vom Fenster abwenden wollte, bemerkte sie, dass der Alte gegenüber Licht angedreht hatte. Da es noch ganz hell war, blieb dieses Licht für sich und machte den merkwürdigen Eindruck, den aufflammende Straßenlaternen unter der Sonne machen. Als hätte einer an seinen Fenstern die Kerzen angesteckt, noch ehe die Prozession die Kirche verlassen hat. Die Frau blieb am Fenster. Der Alte öffnete und nickte herüber. Meint er mich? dachte die Frau. Die Wohnung über ihr stand leer und unterhalb lag eine Werkstatt, die um diese Zeit schon geschlossen war. Sie bewegte leicht den Kopf. Der Alte nickte wieder. Er griff sich an die Stirne, entdeckte, dass er keinen Hut aufhatte, und verschwand im Inneren des Zimmers. Gleich darauf kam er in Hut und Mantel wieder. Er zog den Hut und lächelte. Dann nahm er ein weißes Tuch aus der Tasche und begann zu winken. Erst leicht und dann immer eifriger. Er hing über die Brüstung, dass man Angst bekam, er würde vornüberfallen. Die Frau trat einen Schritt zurück, aber das schien ihn zu bestärken. Er ließ das Tuch fallen, löste seinen Schal vom Hals - einen großen bunten Schal - und ließ ihn aus dem Fenster wehen. Dazu lächelte er. Und als sie noch einen weiteren Schritt zurücktrat, warf er den Hut mit einer heftigen Bewegung ab und wand den Schal wie einen Turban um seinen Kopf. Dann kreuzte er die Arme über der Brust und verneigte sich. Sooft er aufsah, kniff er das linke Auge zu, als herrsche zwischen ihnen ein geheimes Einverständnis. Das bereitete ihr so lange Vergnügen, bis sie plötzlich nur mehr seine Beine in dünnen, geflickten Samthosen in die Luft ragen sah. Er stand auf dem Kopf. Als sein Gesicht gerötet, erhitzt und freundlich wieder auftauchte, hatte sie schon die Polizei verständigt. Und während er, in ein Leintuch gehüllt, abwechselnd an beiden Fenstern erschien, unterschied sie schon drei Gassen weiter über dem Geklingel der Straßenbahnen und dem gedämpften Lärm der Stadt das Hupen des Überfallautos. Denn ihre Erklärung hatte nicht sehr klar und ihre Stimme erregt geklungen. Der alte Mann lachte jetzt, so dass sich sein Gesicht in tiefe Falten legte, streifte dann mit einer vagen Gebärde darüber, wurde ernst, schien das Lachen eine Sekunde lang in der hohlen Hand zu halten und warf es dann hinüber.

Erst als der Wagen schon um die Ecke bog, gelang es der Frau, sich von seinem Anblick loszureißen. Sie kam atemlos unten an. Eine Menschenmenge hatte sich um den Polizeiwagen gesammelt. Die Polizisten waren abgesprungen, und die Menge kam hinter ihnen und der Frau her. Sobald man die Leute zu verscheuchen suchte, erklärten sie einstimmig, in diesem Hause zu wohnen. Einige davon kamen bis zum letzten Stock mit. Von den Stufen beobachteten sie, wie die Männer, nachdem ihr Klopfen vergeblich blieb und die Glocke allem Anschein nach nicht funktionierte, die Tür aufbrachen. Sie arbeiteten schnell und mit einer Sicherheit, von der jeder Einbrecher lernen konnte. Auch in dem Vorraum, dessen Fenster auf den Hof sahen, zögerten sie nicht eine Sekunde. Zwei von ihnen zogen die Stiefel aus und schlichen um die Ecke. Es war inzwischen finster geworden. Sie stießen an einen Kleiderständer, gewahrten den Lichtschein am Ende des schmalen Ganges und gingen ihm nach. Die Frau schlich hinter ihnen her.

Als die Tür aufflog, stand der alte Mann mit dem Rücken zu ihnen gewandt noch immer am Fenster. Er hielt ein großes weißes Kissen auf dem Kopf, das er immer wieder abnahm, als bedeutete er jemandem, dass er schlafen wolle. Den Teppich, den er vom Boden genommen hatte, trug er um die Schultern. Da er schwerhörig war, wandte er sich auch nicht um, als die Männer auch schon knapp hinter ihm standen und die Frau über ihn hinweg in ihr eigenes finsteres Fenster sah. Die Werkstatt unterhalb war, wie sie angenommen hatte, geschlossen. Aber in die Wohnung oberhalb musste eine neue Partei eingezogen sein. An eines der erleuchteten Zimmer war ein Gitterbett geschoben, in dem aufrecht ein kleiner Knabe stand. Auch er trug sein Kissen auf dem Kopf und die Bettdecke um die Schultern. Er sprang und winkte herüber und krähte vor Jubel. Er lachte, strich mit der Hand über das Gesicht, wurde ernst und schien das Lachen eine Sekunde lang in der hohlen Hand zu halten. Dann warf er es mit aller Kraft den Wachleuten ins Gesicht.



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Quelle: Ilse Aichinger, Der Gefesselte. Erzählungen, Frankfurt//M.: S. Fischer-Verlag 1963, S.61ff.) - Werke von Ilse Aichinger im S. Fischer-Verlag

1 Kommentar happycommune am 6.1.09 19:30, kommentieren

Buddenbrooks - Verfall einer Familie



Mitte des 19. Jahrhunderts haben es die Buddenbrooks in Lübeck zu Reichtum und Ansehen gebracht. Die alteingesessene Familie um Konsul Jean (Armin Mueller-Stahl) und Konsulin Bethsy (Iris Berben) ist durch Getreidehandel wohlhabend geworden. Als Jean stirbt, kommen schwere Zeiten auf die Dynastie zu, weil die Kinder Thomas (Mark Waschke), Christian (August Diehl) und Tony (Jessica Schwarz) ihre Lebenskonflikte nicht bewältigen können.

Thomas Manns nobelpreisgekröntes Werk der Weltliteratur in einer opulenten und aktuellen Verfilmung durch den ausgewiesenen Mann-Kenner Heinrich Breloer ("Die Manns - Ein Jahrhundertroman"). Er schildert den Aufstieg und Fall einer deutschen Familie sehr bewegend.

Filmstart: 25.12.2008

www.buddenbrooks-derfilm.de

1 Kommentar Jule am 23.12.08 18:40, kommentieren

Mandel Ingwer Krokant

Photobucket

250 g Zucker
200 g Honig
100 g weiche Butter
250 g Mandel, gehobelt
85 g feingewürfelten Ingwer
Speiseöl, zum bestreichen
100 g Halbbitter- Kuvertüre

In einem Topf den Zucker schmelzen lassen, den Honig und die Butter unter Rühren hinzufügen und so lange rühren bis eine gebundene Masse entstanden ist. Die gehobelten Mandeln und den Ingwer unterrühren, die Masse zum Kochen bringen und einige Minuten unter ständigem Rühren kochen lassen.

Ein Backblech mit Speiseöl bestreichen und die Krokantmasse darauf 1 bis 1 1/2 cm dick auftragen. Etwas abkühlen lassen und in Rauten, Dreiecke oder Rechtecke schneiden. Krokant vollständige auskühlen lassen.

Die Kuvertüre in einem kleinen Topf im Wasserbad bei schwacher Hitze geschmeidig rühren. Das Krokantkonfekt jeweils mit 1 oder 2 Ecken, zur Hälfte oder an den Enden hineintauchen, etwas abstreifen und auf Backpapier setzen und trocknen lassen.

Juhule am 20.12.08 21:01, kommentieren

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Juhule am 10.12.08 20:33, kommentieren

Der Vorleser (Literaturverfilmung)

© ZEIT online, Tagesspiegel

Bernhard Schlinks Roman zählt zu den international erfolgreichsten deutschen Büchern. Am 12. Dezember feiert die Verfilmung endlich ihre Premiere. Wann der Film in die deutschen Kinos kommt, ist aber weiterhin unklar.



Die Filmversion von Bernhard Schlinks Bestseller "Der Vorleser" soll von Dezember an in den US-Kinos zu sehen sein. Wie das Filmblatt "Variety" am Montag berichtete, haben sich Regisseur Stephen Daldry, Produzent Scott Rudin und der ausführende Produzent Harvey Weinstein auf den Start am 12. Dezember einigen können. Er sei über die Absprache "begeistert und erleichtert", teilte Daldry mit.

Der Regisseur und Rudin hatten zunächst auf mehr Zeit für die Nachbearbeitung des Filmmaterials gepocht - mit einer Premiere in nächsten Jahr. Weinstein strebte eine frühere Veröffentlichung an. Der in Deutschland und den USA gedrehte Streifen wird in New York bearbeitet. Über den deutschen Kinostart ist bislang nichts bekannt.

"Der Vorleser" ist eines der international erfolgreichsten deutschen Bücher. In dem Roman geht es um die Geschichte einer heimlichen Liebe zwischen einem 15 Jahre alten Jungen und einer deutlich älteren Frau und den Umgang mit der NS-Vergangenheit. In den Hauptrollen sind die britische Schauspielerin Kate Winslet ("Titanic") und der deutsche Nachwuchsschauspieler David Kross ("Knallhart", "Krabat") zu sehen. Winslet spielt in der internationalen Produktion die Schaffnerin Hanna Schmitz.

Im Nachkriegsdeutschland verliebt sich der Schüler Michael Berg in die deutlich ältere Hanna und begegnet ihr als Jurastudent Jahre später im Gerichtssaal wieder, als sie bei einem Kriegsverbrecherprozess auf der Anklagebank sitzt. In den USA war "The Reader" von der einflussreichen Talkmasterin Oprah Winfrey empfohlen worden, die Filmrechte sicherten sich die Weinstein-Brüder. (nal/dpa)

1 Kommentar Jule am 25.11.08 15:32, kommentieren

Novemberkind



Die 25-jährige Inga wird von dem Literaturprofessor Robert zu Recherchen über ihre Vergangenheit ermutigt. Bislang glaubte sie, ihre Mutter sei bei einem Badeunfall ertrunken. Tatsächlich war diese mit einem Deserteur der Roten Armee in den Westen geflohen und musste Inga bei den Großeltern zurücklassen. Auf der gemeinsamen Suche nach der Mutter kommen sich Inga und Robert näher. Doch er verfolgt mit der Reise ein ganz anderes Ziel, als ihr zu helfen.

happycommune am 30.11.08 21:17, kommentieren